Hoch oben am «Horger Storz» steht der Erweiterungsbau des Schweizer Architekten Hans Fischli. Erbaut wurde die Fabrikerweiterung am Rande von Horgen von 1951 bis 1954. Aufgrund der Hanglage richten sich das Magazin und die Montagehalle den Höhenversätzen des Hangs aus. Die Fabrikanlage bildet von oben her einen markanten Ausgangspunkt ins Dorf herab. Im kleingliedrigen Kontext, welcher hauptsächlich aus Ein- und Mehrfamilienhäusern besteht, gliedert sich das abgestufte, längliche Volumen gut in die Umgebung ein. Von der Bergstrasse her kommend fährt man unumgänglich am Fabrikareal der Feller AG vorbei. Durch den Bau entlang des Höhenverlaufs steht die Anlage leicht abgewinkelt gegen den oben liegenden Waldrand.

Der Architekt ergänzte den bestehenden Gebäudekomplex mit einem 90 Grad andockenden Erweiterungsbau. Die suboptimale Ausrichtung des Baus nach Nordosten erwies sich für die natürliche Belichtung zu Beginn noch als ungeeignet. Fischli entwickelte daraufhin die heute markante Nordostfassade, welche als Zick-Zack Fassade daherkommt. Eine filigrane und leichte Konstruktion aus Stahl und Metall ermöglicht durch die dreieckige Ausführung einen Lichteinfall von Osten und Norden. Wobei die östlichen Fenster mit Thermolux Glas ausgestattet wurden um die direkte Sonneneinstrahlung der Morgensonne abzuwenden. Gleichzeitig könnte der Architekt mit den auskragenden Fenstern auch den Bezug zur Bergstrasse gesucht haben, welche eine wichtige Verbindungsstrasse von und nach Horgen ist.

Das gezackte Fenstersystem führte er auch auf dem Dach weiter. Nach schlechten Erfahrungen mit liegenden Gläsern bei einem früheren Bau, entschied sich Fischli, nur noch mit stehenden Gläsern zu arbeiten. Die daraus resultierende architektonische Lösung ist ein Shed-Dach mit einer eingeschriebenen, dreieckigen Fensterkonstruktionen, analog der Norstostfassade. So wurde sichergestellt, dass kein direktes Sonnenlicht auf die Metallteile der Arbeiterinnen und Arbeiter traf und diese blendete. Das System des «Feller-Shed» wird in der internationalen Literatur auch als «Swiss-Zig-Zag» bezeichnet

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Der Entwurf zeigt eine strenge Gliederung der Fassade auf. Diese reicht über die Stahlwerkstruktur hinaus. Neben der gefalteten Fassade wurden auch die einzelnen Shed-Felder mit Sprossen unterteilt, wobei die unteren Felder auf die Höhe der Fabrikarbeiterinnen und Arbeiter abgestimmt wurde. Der Fassadenabschnitt im Untergeschoss kommt bei den Erweiterungsbauten allerdings weniger überlegt daher. Es scheint, als ob man sich nur um den representativen Abschnitt der Fassade kümmern wollte.

 

Unangenehm auffallend ist der nachträglich von aussen aufgesetzte Sonnenschutz. Die dünnen und leicht wirkenden Stahlrahmen schmelzen mit dem Dachrand zusammen. Der neu applizierte, flächige Rafflamellenstoren wirkt additiv und ragt über die Dachkante hinaus. Das Bild unterschiedlich eingestellter, schräg hängender Lamellen schwächt den architektonischen Ausdruck. Andererseits kann dies auch als Kritik der Nutzer betrachtet werden. Es scheint, als ob das Problem des einfallenden Sonnenlichts gelöst werden konnte – die grosse Fensterfläche führt nun allerdings zu einer starken Erhitzung der Werkhalle.

Jasmin

Mohammadi

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Tektonik

Lando Rossmaier

Franco Pajarola

Jasmin Mohammadi

Carlos Craveiro Reisinho

Lorenz Zahler

5. Semester, HS18